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Die zarten Anfänge

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Ikutaro Kakehashi, Gründer von Roland, begann seinen Werdegang als Hersteller von Uhrwerken. Seine Reparaturfirma war so erfolgreich, dass Kakehashi beschloss, in die Elektronikbranche einzusteigen. Als er dann in den 1950er Jahren eine Elektrogerätefirma leitete, hinterließ eine der ersten elektronischen Orgeln in einer Kirche bei ihm einen bleibenden Eindruck. Diese Erfahrung war der Beginn einer lebenslangen Reise, die nicht nur die Musik, sondern auch die Grafikbranche und die Welt des Produktdesigns komplett umkrempeln sollte.

Ace-Elektronik

Im Alter von 28 Jahren gründete Kakehashi 1960 Ace Electronic Industries. Dies waren seine ersten Schritte in die sich entfaltende Branche der elektronischen Musikinstrumente. Der Einsatz von Transistoren in elektronischen Orgeln führte zur Entwicklung des Rhythm Ace R-1, des ersten nicht-automatischen Percussion-Instruments der Welt mit Transistoren. Die automatische Version, der Rhythm Ace FR-1, ließ nicht lange auf sich warten und wurde von der Hammond Organ Company übernommen. Ace entwarf nicht nur Gitarrenverstärker, Effektpedale und Rhythmusmaschinen, sondern entwickelte auch verschiedene Kombinationsorgeln.

Der Name Roland

Im Jahre 1972 erblickte die Roland Corporation das Licht der Welt. Kakehashi hatte nach einem Namen mit zwei sanften Silben gesucht, der weltweit einfach zu erkennen und auszusprechen ist. Er entschied sich für das „R”, weil es kaum Konkurrenten gab, deren Firma mit diesem Buchstaben begann. Vom Rolandlied („Chanson de Roland”), dem französischen Heldenepos aus dem 11. Jahrhundert über Stärke und Mut, hörte er erst später.

Kakehashi sah Roland von Beginn an als ein innovatives Unternehmen, das Produkte entdecken und entwickeln sollte, die neue künstlerische Möglichkeiten eröffnen. Die Keyboards und Orgeln von Roland erwiesen sich recht bald als Schuss ins Schwarze, ebenso wie die Gitarrenverstärker und Effektpedale von Boss.

Revolution in der Musikbranche

1981 schlug Kakehashi vor, einen Kommunikationsstandard für alle elektronischen Musikgeräte zu entwickeln. Dieser Vorschlag nahm 1982 mit dem Musical Instrument Digital Interface oder MIDI konkrete Formen an. Ein Standard, der die Welt der Musik tiefgreifend verändern sollte.

1982 gründete Kakehashi eine neue Abteilung: AMDEK, Analogue Music Digital Electronics Kits. Im Jahre 1983 bekam diese Abteilung den neuen Namen Roland DG (Digital Group) Corporation. Sie konzentrierte sich auf die Herstellung von Zusatzgeräten für Computer und Musikinstrumente. Der DXY 100R-Plotter, vorgestellt im Jahre 1982, war ein echter Preisbrecher und bot Ingenieuren ungeahnte Leistungsmöglichkeiten. Dieser Plotter war später der Anlass für die Entwicklung des ersten Stiftplotters im A3-Format, des DXY-800. Er kam 1983 auf den Markt.

Mehr als nur Musik

Die Nachfrage nach Plottern, die architektonische Zeichnungen drucken und Aufkleber aus Vinyl ausschneiden konnten, nahm in aller Welt explosiv zu. Weil Roland die Präzision und Zuverlässigkeit seiner Technik nun auch auf XY-achsige Technologien anwandte, vollzog sich auf dem Gebiet von Vinylschneideplottern, Tintenstrahldruckern und kombinierten Druck-/Schneidegeräten eine wahre Revolution. In weniger als einem Jahr hatte Roland die CAD-Branche, die Schilderherstellung und die Grafikbranche auf den Kopf gestellt.

Das HDas Hinzufügen der dritten Achse, der Z-Achse, war dann auch nur die logische Konsequenz. 1986 kam die erste Reihe der CAMM-3-Modelliergeräte auf den Markt. Das erste war der PNC-3000, das Einsteigermodell für Prototyping im Desktopformat.