Präzisionsfertigung von Prototypen

New-Innolab   |   Venlo, Niederlande

Productdesignbureau New-Innolab in Venlo (Niederlande) verwendet eine Fräsmaschine von Roland DG, um hochpräzise Gussformen für die Fertigung von Gebrauchsgegenständen aus Kunststoff herzustellen. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Keller eines alten Klosters, das vom Eigentümer Ton Tesink in ein futuristisches Büro umgebaut wurde.

Prototypen für Fluggesellschaften und Einzelhandel

New-Innolab ist auf den Entwurf und die Fertigung von Verpackungen für Fluggesellschaften und die Einzelhandelsbranche spezialisiert. Die Firma besteht seit drei Jahren und hat Niederlassungen in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland.

In Deutschland befindet sich die Fabrik, in der die Verpackungen im  Thermoform- und Spritzgussverfahren hergestellt werden. In Venlo entwerfen Tim Notermans und Juup Backes die Produkte, und dort entwickeln sie auch die Prototypen. Beide haben ihre Wurzeln im Catering für Fluggesellschaften. Sie entwerfen jedoch nicht nur Verpackungen für die Lebensmittelindustrie. Sie arbeiten auch für Marken wie Rituals, Bavaria, Lenco und KLM.

Genau gleich

Mit der Roland-Fräsmaschine und einer Thermoformmaschine fertigen Tim und Juup Modelle an, die exakt dem serienmäßig gefertigten Produkt gleichen, das in der Fabrik verwendet wird. Indem die Gussform im Vakuumformverfahren mithilfe von Wärme mit Kunststoff überzogen wird, entstehen Verpackungsprodukte wie Schalen und Trays.

New-Innolab verwendet die Fräsmaschine MDX-540 von Roland, um Prototypen und Industriemodelle mit hoher Präzision anzufertigen. Die Maschine in Venlo ist mit einem automatischen Werkzeugwechsler ausgestattet, der die richtigen Fräsköpfe für die Fräsbearbeitung einsetzt.

Für die Herstellung von Thermoformen ist ein 3D-Drucker keine Alternative. "Ein 3D-Drucker ist nicht die ideale Lösung für die Fertigung von Formen; er eignet sich besser für einige Spritzgussprodukte", erklärt Tim. "Mithilfe unserer Fräsmaschine können wir schnell und effizient Formen für das Thermoformverfahren herstellen. So können wir die Matrize mehrmals verwenden. Manchmal benötigen wir 20 Modelle, um feststellen zu können, ob sie gut ineinander passen und wie sich das Produkt in der Fertigungslinie verhält. Erst dann lässt sich die Verwendung in der Praxis realistisch simulieren."

Integration in den Prozess

"Roland ist uns als gute und zuverlässige Marke bekannt. Wir haben auch Maschinen anderer Hersteller gehabt, aber diese konnten im Hinblick auf Funktionalität und Vielseitigkeit nicht mithalten. Mit Roland-Maschinen lassen sich wirklichkeitsgetreue Modelle anfertigen. Trotz aller Computersimulationen werden noch immer Modelle benötigt", erklärt Tim.

Eine hohe Maßhaltigkeit reicht nicht aus. Dazu Juup: "Schälchen für Mahlzeiten müssen sich beispielsweise problemlos in einem automatischen Füllvorgang nutzen lassen. Hohe Maßhaltigkeit allein genügt dann nicht. Sie müssen tatsächlich in der Produktion getestet werden. Meist können sich die Leute nicht vorstellen, was alles berücksichtigt werden muss, damit ein Pfund Hackfleisch in einer Schale abgepackt und auf einer Palette in den Supermarkt transportiert werden kann. Dabei spielt Logistik eine weitaus größere Rolle als Design. So wandern die Schalen stapelweise in einen Stacker, und sie müssen sich gut voneinander lösen. Die Prozessanalyse bestimmt also in einem hohen Maße die Formgebung."

Das ist der Grund, weshalb eine neue Schale erst in einer Anzahl von 50 Stück den Prozess durchläuft. Wenn Probleme auftreten, können diese oft durch kleine Anpassungen behoben werden, um einen störungsfreien Prozess zu gewährleisten. Der Test überzeugt den Kunden, dass alles in Ordnung ist. Danach kann die Serienfertigung mit diesen Abmessungen beginnen. Ein Prototyp ist daher unverzichtbar. Die Abmessungen der Schale mögen zwar korrekt sein, doch die Toleranzen im Prozess können dennoch eine Anpassung erforderlich machen.

Fachkenntnisse

Für die Herstellung von Modellen ist ein hohes Maß an Fachkenntnissen erforderlich. Dazu Juup: "Ich habe als Modellbauer angefangen. Damals haben wir die Modelle von Hand gefertigt. Das war reines Handwerk. Inzwischen hat sich enorm viel verändert. Heute entsteht der Entwurf am Computer, bevor der Arbeitsauftrag an die Fräsmaschine geht, die dann mit beispielloser Präzision arbeitet. Dadurch lässt sich enorm viel Zeit einsparen. Der Nachteil besteht darin, dass alle Welt nun denkt, dass sich Modelle mithilfe des Computers im Handumdrehen anfertigen lassen. Materialkenntnisse stehen dabei im Hintergrund. Diese Kenntnisse hat man aber, wenn man das Material selbst mit einem Meißel bearbeitet hat. Doch um ganz ehrlich zu sein, ist die MDX-540 die Maschine, die ich mir immer gewünscht habe."

www.new-innolab.com